Grenzmuseen befürworten Welterbe Grünes Band

Gemeinsamer Appell an Kulturministerkonferenz zur Beteiligung der Erinnerungskultur

Die Grenzmuseen in Deutschland sprechen sich ausdrücklich für das geplante
UNESCO-Welterbe Grünes Band aus. Im Rahmen einer Tagung im Grenzmuseum Schifflersgrund,
die mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert
wurde, verabschiedete die Arbeitsgemeinschaft Grenzmuseen eine Stellungnahme, mit der
ein gemischtes Natur- und Kulturerbe unterstützt wird. Die Museen betonen darin, dass das
Grüne Band ein Produkt der deutschen Teilungsvergangenheit ist und Geschichte und Natur
an der ehemaligen innerdeutschen Grenze heute auf einzigartige Weise miteinander verbunden
sind. Die vielfältigen Erinnerungs- und Lernorte machen das Grüne Band zu einer lebendigen
Gedächtnislandschaft. Insgesamt zählen die Grenzmuseen jährlich mehr als eine Million
Besucher.

Die Grenzmuseen fordern die Kulturministerkonferenz auf, den bisher als reines Naturerbe
vorgesehenen Antrag zu einem gemischten Natur- und Kulturerbe umzuwandeln und die Museen
aktiv in das laufende Welterbeverfahren einzubeziehen. „Ein gemischtes Welterbe würde
nicht nur die Gleichrangigkeit von Naturschutz und Erinnerungskultur gewährleisten“, so heißt
es in der Stellungnahme, „sondern auch der Entstehungsgeschichte, Transformation und Symbolik
des Grünen Bands für das Zusammenwachsen von Deutschland und Europa gerecht werden.“
Das Grüne Band steht seit 2024 auf der deutschen Vorschlagsliste zum Welterbe der
UNESCO. Bei einer Nominierung und Ausweisung als Natur- und Kulturerbe wäre es die erste
gemischte Welterbestätte in Deutschland.

Die Arbeitsgemeinschaft Grenzmuseen ist ein länderübergreifender, bundesweiter Zusammenschluss
von mehr als 20 Einrichtungen und Initiativen, die sich mit der Geschichte der Teilung und
SED-Diktatur beschäftigen. Darin befinden sich sowohl mittlere und große Gedenkstätten
wie die Stiftung Berliner Mauer oder das Deutsch-Deutsche Museum Mödlareuth,
die hauptamtlich geführt werden, als auch kleine Einrichtungen im ausschließlich ehrenamtlichen
Betrieb. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft ist aktuell Dr. Christian Stöber, Leiter des
Grenzmuseums Schifflersgrund an der Landesgrenze zwischen Hessen und Thüringen. Stellvertreter
ist Dr. Andreas Wagner, Museumsleiter des Grenzhus Schlagsdorf mit Sitz in Mecklenburg-
Vorpommern.

Stellungnahme der AG Grenzmuseen zum Welterbe Grünes Band