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Der 9. November: Mahnen - Erinnern - Warnen
Kultusminister Dr.
Michael Krapp wird morgen auf einer Gedenkveranstaltung im Grenzmuseum
"Schifflersgrund" gemeinsam mit der Kasseler Regierungspräsidentin, Frau
Oda Scheibelhuber, eine Gedenkstele enthüllen.
Mit Blick auf den
morgigen Tag erinnert der Minister an die Ereignisse, die sich in den
letzten 84 Jahren in Deutschland an einem 9. November* ereigneten.
"Fragen wir danach, was uns noch heute betrifft und betroffen
macht, wo wir Wirkungen aushalten müssen und Lasten weitertragen?"
Antworten, so Krapp, gebe der 9. November dreifach, nämlich als Tag, der
mahnen will, erinnern soll und auch warnen muss.
"M a h n e n,
weil wir mit unseren historischen Erfahrungen oft leichtfertig umgehen und
eine 'vergessliche Nation' sind, wie Roman Herzog einmal sagte. Wir neigen
dazu, die bitteren Lektionen unserer Geschichte schneller als andere
Völker ad acta zu legen und zur Tagesordnung überzugehen. E r i n n e
r n sollten wir uns immer wieder daran, dass unsere geschichtlichen
Wurzeln weiter zurück reichen, als das manches Kurzzeitgedächtnis in
schnelllebiger Zeit wahrhaben möchte. Ohne Erinnerung haben wir keine
Zukunft, wer seine Vergangenheit nicht kennt, kommt in der Gegenwart nicht
an. W a r n e n müssen wir vor der fahrlässigen Annahme, die 'bösen
Geister' der Vergangenheit seien längst verschwunden. Denn wo sich von
neuem Radikalismus, Hass und Gewalt zeigen, dort darf unser demokratisch
verfasstes Gemeinwesen nicht wegschauen."
Minister Krapp würdigte
im Vorfeld der Veranstaltung die Rolle der Grenzmuseen am ehemaligen
Todesstreifen als Orte gegen das Vergessen, als Orte der Warnung und vor
allem als Orte der politischen Bildung. Auch künftig sei es unverzichtbar,
die junge Generation mit den Wirkungen und Lasten wichtiger Ereignisse der
deutschen Geschichte vertraut zu machen.
* (1918
- Ausrufung der deutschen Republik durch Philip Scheidemann, 1923 -
Putschversuch Hitlers, 1938 - Reichspogromnacht, 1989 - Maueröffnung)
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